#20: Jan Bredack: Ist eine Insolvenz wirklich das Ende?
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00:00:07: Also ich habe unterschätzt, dass dieses Thema Insolvenz, diese Schlagwort in Deutschland was das auslöst und dass so wenig Wissen darüber herrscht um die feinen kleinen Unterschiede.
00:00:19: Mit den Erfahrungen, die ich gemacht habe kann es ein sehr heilsamer Prozess entgegen der eine Firma sogar... Stärker danach daraus hervorgehen lässt, so war es bei uns.
00:00:28: Als sie vorher waren wirtschaftlich, also wirtschaftliche viel stabiler wenn die Schulden mal wechselnd oder wenn vor allem die Burn weg ist, ja?
00:00:35: Die Kosten das meine ich da, wenn die monatlichen Kostenbelastungen, wenn diese mal
00:00:40: wechseln.".
00:00:44: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge of Drive Up Your Life!
00:00:49: Heute zu Gast ist Jan Bredak Gründer & CEO von WeGANS.
00:00:54: Mit ihm spricht Strive-Herausgeberin Katharina Wolf über ein Thema, das in letzter Zeit immer öfter als Schlagwort in den Medien genannt wird.
00:01:01: Insolvenzen.
00:01:02: Über mögliche Gründe.
00:01:03: darüber habt ihr in der letzten Folge schon einiges an Input von der ehemaligen Douglas CEO Tina Müller erfahren.
00:01:09: Heute sprechen wir daher weniger über die genauen Ursachen sondern vielmehr über den Ablauf einer Insolvent und vor allem wie sich das als Unternehmer oder Unternehmerinnen anfühlt.
00:01:19: Ihr lernt unter anderem, wie genau eine Insolvenz abläuft.
00:01:22: Welche Learnings man aus einer solchen schweren Phase mitnehmen kann und vor allem ob eine Insolenz immer das Ende sein muss!
00:01:29: Ich bin Hannah Andriesen aus dem Strive Team und von mir gibt es vorab wie immer ein paar Zahlen Datenfakten zum Thema – und genau damit geht's jetzt auch direkt los!
00:01:40: Was haben Schlecker, Air Berlin und Wirecard gemeinsam?
00:01:44: Genau, alles sind deutsche Unternehmen die zu unterschiedlichen Zeitpunkten und aus unterschiedlichen Gründen Insolvenz anmelden mussten.
00:01:52: Aktuell hören wir dieses Wort immer öfter in den Medien.
00:01:55: Dafür zum Anfang erstmal eine Kurz-Einordnung Eine Insolvent bedeutet die Unfähigkeit eines Schuldners seine Schulden oder Verbindlichkeiten gegenüber der Gläubiger begleichen zu können Sprich wenn Unternehmen Freiberufler oder auch Privatperson ihre Rechnung nicht mehr bezahlen können.
00:02:10: Dabei unterscheidet man die Privat- bzw.
00:02:12: Verbraucherinsolvenz von der Regel Insolvenzen, die nur für Unternehmen selbstständige und Freiberufler gelten – und auf die wir uns heute inhaltlich konzentrieren.
00:02:21: Seit der Finanzmarktkrise des Jahrhunderts in Deutschland nimmt die Anzahl der Unternehmensinsolventen eigentlich stetig ab!
00:02:28: Das hat sich letztes Jahr zum ersten Mal geändert Denn in den Jahren im Jahr- und Jahrzehnten wurden in Deutschland nur noch mehr als vierzehn Jahre lang Insolvenzen beantragt, was einen Anstieg um Vier-Kommer drei Prozent im Vergleich zu Zweiteinundzwanzig bedeutet.
00:02:41: Das ist aber – auch ehrlich gesagt nicht verwunderlich – denn die wenigsten Insolventen sind seit dem Jahr-undneunzehnt neuerneinzig vermeldet.
00:02:49: Das Statistische Bundesamt weist in dem Kontext darauf hin, dass die Insolvenzantragspflicht von März-Zw.
00:02:56: bis Mai-Zweißen-Einundzwanzig wegen der Corona-Pandemie teilweise oder ganz ausgesetzt war.
00:03:02: Mit Zwei-Tausendsechshundert-Auchtenneunzig-Insolvenzen war übrigens das Baugewerbe-Zwoißenzwanzigg Spitzenreiter im Branchenvergleich!
00:03:10: Doch wie genau läuft so ein Insolventantrag jetzt eigentlich ab?
00:03:14: Was viele nicht wissen….
00:03:15: Nicht nur die Zahlungsunfähigen unternehmen selbst, sondern auch die Gläubiger können einen Insolvenzantrag gegen ihre Schuldner instellen um sie zur Zahlung zu bewegen.
00:03:23: Das nennt man auch Eigenantrag oder Fremdantrag.
00:03:26: Damit eine Insolvensbeantrag werden kann muss entweder eine akute Zahlungsundfähigkeit, eine drohende Zahlungs- und Fähigkeit oder eine Überschuldung vorliegen.
00:03:35: Entscheidend für den Antrag ist außerdem die sogenannte Insolwensmasse also das verwertbare Vermögen.
00:03:41: Wenn das nicht ausreicht, um wenigstens die Verfahrenkosten zu begleichen kann der Antrag abgelehnt werden.
00:03:46: In dem Moment in dem der Antrag im Gericht eingeht, werden alle Zahlungsverpflichtungen erstmal auf Eis gelegt.
00:03:52: Ein vorläufiger Insolvenzberater oder Beraterin prüft dann ob alle Voraussetzungen gegeben sind.
00:03:57: Wenn das der Fall ist beginnt erst das eigentliche Verfahren und die Insolvent wird im entsprechenden Register bekanntgegeben.
00:04:03: Während des Insolventsverfahrens gibt es zwei Optionen – die Eigenverwaltung.
00:04:09: Bei der Eigenverwaltung bleibt die bisherige Geschäftsführung selbst am Steuer und wird beim Sanieren oder Abwickeln ihres Unternehmens lediglich beaufsichtigt.
00:04:17: Bei der Regelverwaltungen übernimmt das einen Insolvenzverwalter, oder eine Insolventverwaltherin – das dauert in der Regel zwei bis drei Jahre.
00:04:24: Ab Verfahrensöffnung beginnt übrigens für die Unternehmerinnen selbst die sogenannte Wohlverhaltensperiode Und die geht mit einigen Regeln und Vorgaben einher, beispielsweise das Mälden aller Lebensumstände, Jobwechsel und Einkünfte.
00:04:37: Mit Ende der Wohlverhaltensphase folgt die Befreiung von restlichen Schulden – ab diesem Zeitpunkt gilt man als schuldenfrei.
00:04:44: Übrigens auch wenn eine Insolvenz ordentlich schmerzen kann sollte man sich nicht allzu lange davor drücken!
00:04:50: Kapitalgesellschaften, also beispielsweise GmbHs sind dazu verpflichtet bei Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit innerhalb von drei Wochen einen Insolvenzantrag zu stellen.
00:05:00: Wenn das nicht der Fall ist, ist die Rede einer sogenannten Insolvensverschleppung – dies illegal und kann mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft
00:05:08: werden.".
00:05:09: Ich weiß was sie euch jetzt fragt!
00:05:10: Wie fühlt sich das wohl als Unternehmer oder Unternehmerin an?
00:05:14: Wie gut dass wir heute mit Jan Bredak einem Gesprächspartner zu Gast haben, der aus erster Erfahrung berichten kann.
00:05:20: Seine Karriere-Stade.
00:05:21: der M. Daimler-Benz Konzern war dort zuletzt als Leitervertrieb und Service für Nutzfahrzeuge für den kompletten Aftersalesbereich zuständig.
00:05:29: Danach verantwortete er in einem Deutenscher von Mercedes als technischer Direktor unter anderem den Bau eines ersten Produktionswerkes für Mercedes LKW in Russland.
00:05:38: Mit Mitte dreißig begann er sich dann, mit dem veganen Lifestyle zu identifizieren.
00:05:42: Zweitens sind elf.
00:05:43: ein paar Jahre später gründet er schließlich die Firma Vegans.
00:05:47: Vegans startete damals mit dem ersten veganen Supermarkt in Deutschland und ich kann euch das eigene Erfahrung sagen, dass sie damit tatsächlich ein absoluter Vorreiter waren.
00:05:58: Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade mal sechzehn Jahre alt und habe mich selbst vegan ernährt – und damals konnte man im Gegensatz zu heute von vollgefüllten Vegetägen im Supermarkt um die Ecke nur träumen!
00:06:09: Die Frustration über die immerzu schnöden Besuche im örtlichen Reformhaus war sehr groß….
00:06:15: Der erste komplett vegane, voll ausgestattete Supermarkt den Vegans damals im Prenzlauer Berg in Berlin eröffnete, klang für mich und meine Vegie-Freundinnen einfach wieder Himmel auf Erden.
00:06:26: Aber was ist seitdem bei Vegans passiert?
00:06:28: Oder wie passiert einem Unternehmen eine Insolvenz?
00:06:32: Was macht das mit einem als Gründer oder in der Belegschaft?
00:06:35: Und welche Learnings nimmt man aus einer solch schweren Phase mit?
00:06:38: All das erfahrt ihr jetzt von Jan Bredak selbst im Gespräch mit Strypherausgeberin Katharina Wolff.
00:06:43: Ich wünsche euch, wie immer viel Spaß beim Anhören.
00:06:50: Bevor wir richtig einsteigen habe ich heute eine absolute Hör-Empfehlung für euch und zwar dem Podcast Digitale Vorreiterinnen von Vodafone Business.
00:06:58: Da hört ihr jede Woche spannende Geschichten rund um das Thema Digitalisierung.
00:07:02: Zu Gast sind unter anderem UnternehmerInnen die offenen über ihre persönlichen Erfahrungen zu diesem Thema berichten.
00:07:07: Bisherige Gäste waren zum Beispiel Philip Westermayer vom UMEA, Franzi Kühne von Eddingen oder Johannes Klisch von Snoks.
00:07:14: Die Folgendhemen sind dabei immer vielfältig und aktuell, z.B.
00:07:17: das Thema Cybersecurity.
00:07:19: Echtundachtzig Prozent der deutschen Unternehmen waren im letzten Jahr von Cyberangriffen betroffen.
00:07:24: Was lernt man aus einer solchen Ausnahmesituation?
00:07:27: Und wie sichert man die eigenen Systeme eigentlich nachhaltig?
00:07:30: Hört jetzt rein bei Digitale Vorreiterin – es lohnt sich auf jeden Fall!
00:07:34: Den Link zum Podcast findet ihr in unserer Folgenbeschreibung.
00:07:38: Werbung Ende.
00:07:45: Lieber Jan, herzlich willkommen bei Strive Up Your Life.
00:07:48: Toll dass du dabei bist und deine Geschichte mit uns teilen magst.
00:07:50: Herzlich Willkommen!
00:07:52: Ja Hallo!
00:07:55: Wir haben ja im Vorspann schon ein bisschen vorgestellt, wer du bist.
00:07:58: Wer weh ganz ist dein Unternehmen?
00:08:00: Das hast Du gegründet und es lief sechs Jahre als etwas passierte was alle Unternehmerinnen und Unternehmer wahrscheinlich sich wünschen nie zu erleben nämlich ihr musstet Insolvenz anmelden.
00:08:11: Wie passiert das einem Unternehmen eine eine Insolvent?
00:08:14: Erzähl mal ein bisschen eure Geschichte.
00:08:17: Bei uns ist es glaube ich eine Besonderheit und so wie Du's jetzt sagst Es ist auch in der Presse dargestellt worden.
00:08:24: Vielleicht muss ich vorher abführen.
00:08:26: Wir sind gestartet mit einer Supermarktkette und haben diese in Europa etabliert.
00:08:36: Das war im Jahr zwölf bis zum Jahr zweitausend vierzehn, fünfzehnt kamen dann die EDK und hat uns ein verträumtes Angebot gemacht.
00:08:45: Wir haben dann zusammen mit der EDK eine Firma gegründet, haben dann quasi aus unserer Funktion eines Einzelhändlers, einer Einzelhandelskette Mit Supermärkten haben wir dann einen Großhandel etabliert.
00:08:57: Das heißt, wir haben für EDK und später auch für DM Kaisers-Tengelmann, Metro
00:09:01: etc.,
00:09:02: haben wir Produkte, die bei uns gut liefen im großen Stil eingekauft und an sie weiterverkauft.
00:09:09: Das heisst neben dem Supermarktgeschäft hat sich dieses Großhandelsgeschäft etabliersen.
00:09:17: Dieses Großhandellsgeschäft ist dann so überdimensional groß geworden und leider, in den vergangenen Jahren auch unser Einzelhandelsgeschäft ist extrem unter die Räder gekommen.
00:09:31: Heißt Umsatzrückgänge kostenkonteste irgendwann nicht mehr sparen dass wir in dem Fall bewusst die Entscheidung getroffen haben um die Fealen zu schließen.
00:09:43: und da hast du mehrere Wege, du schickst es in die Liquidation und wir haben uns jetzt für den Weg der Planinsolvenz in Eigenverwaltung entschieden und haben diesen Zweig unseres Unternehmens.
00:09:54: Der Krankte, haben wir bewusst mit einer Managemententscheidung aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die wir so nicht mehr besser machen konnten dazu entschieden diese Entity aus unserem Firmen Holding heraus in die Planinsolenz anzunmelden in Eigen Verwaltung um gegebenenfalls noch ein, zwei, drei, vier Jahren zu retten.
00:10:22: Aber das Hauptziel war schon, dass ganze Kosten und Liquidität schon wie möglich abzuwickeln.
00:10:32: Das ist ja wahrscheinlich, ihr habt euch zwar bewusst dafür entschieden.
00:10:35: Aber das ist schon immer irgendwie gefühlt auch eine verheerende Wirkung die man damit sendet, ne Insolvenz?
00:10:41: Weil ja weil auch so viele noch gar keine Ahnung haben dass eine Insolvent nicht immer das Ende sein muss und darum soll sich ja auch genau dieser Podcast drehen.
00:10:47: deswegen erzähl mal wie kamt ihr zu dem Entschluss und was hast du dann auch erlebt?
00:10:52: Ja also ich habe mir natürlich.
00:10:56: Das ist unser Legacy Business, das ist irgendwie so die DNA des Unternehmens.
00:11:00: Warum ich es mal gegründet habe?
00:11:02: Das war irgendwie... Da stecken vierhundert Menschen dahinter und das war Feierfeier feier.
00:11:08: jeder Eröffnung wurde gefeiert.
00:11:09: Das war immer nur in so einem Rausch waren man da und irgendwie plötzlich war man in der Realität angekommen und merkte, oh wir haben mit Rückgängen zu kämpfen.
00:11:22: Die Komplexität des Geschäftes eines Fialgeschäfts für so eine Firma in Sohn-Reifelgrad ist schon enorm.
00:11:29: wenn du Führung in einem Raum von Menschen ist schon schwierig und komplex über mehrere Ebenen.
00:11:36: aber Führungen von Menschen in anderen Städten, in anderen Ländern Mit der Komplexität eines Einzelhandelsladen, wo geklaut wird.
00:11:45: Wo Mäuse sind, was weiß ich passiert?
00:11:48: Da passiert jeden Tag irgendwas!
00:11:50: Das hat diese Organisation schon ganz schön überfordert und vor allen Dingen in dem Stadion überfordern, wo wir ja schon auf einem anderen Dampfer unterwegs waren.
00:11:59: Wo wir doppelt dreifach so viele Umsätze gemacht haben nämlich im Großhandel.
00:12:04: sodass dieses Viageschöpft irgendwann so ein Anhängsel war, was sehr viel Geld verbrannt hat.
00:12:09: Wir haben teilweise im Monat vier-fünfhunderttausend Euro verbrannt und dann ist es als Unternehmer eine fast zwangsläufig logische Entscheidung.
00:12:21: Es sei denn man ist Tagträumer und denkt man kriegt das irgendwie hin.
00:12:26: ich habe mir tatsächlich Berater geholt Also Anwälte vor allen Dingen, die sich in dem Thema auskennen.
00:12:32: Und wir haben dann ein richtiges Plan aufgestellt also einen Plan Insolvenz und haben sie vorbereitet.
00:12:40: Dann hat sich für mich auch ein Bild ergeben für die Firma wie Sie aus dieser schwierigen Situation wieder gesund hervorgehen kann.
00:12:48: Nämlich dass wir sagen mal die Kostenbörner oder die Börner... jeden Tag Geld verbrannt haben, ein Stück weit eliminieren und dafür, dass andere nämlich den Großhandel mehr Stärken und mehr Fokus darauf geben um zum Scheinen bringen.
00:13:05: Und deshalb ist mir am Ende die Entscheidung zwar immer noch schwer gefallen weil ja da Menschen dran hängen und auch mein Herz vor allen Dingen... Und bei vier Jahren das sind Gebäude, das sind Menschen, das kannst du anfassen.
00:13:17: Das ist nichts imaginäres.
00:13:18: Es ist kein Online-Shop oder so, sondern es ist wirklich was wo man reingehen kann, was man fühlen kann.
00:13:25: Und das macht es dann besonders schwer, wenn du das, was du mit viel Liebe Herzblut aufgebaut hast, dann zumaßt und die Mitarbeiter entlassen musst.
00:13:36: Also davor hatte ich auch riesen Respekt!
00:13:39: Das war eine schwierige Entscheidung aber als ich aus diesen vernünftigen Gründen über diese Stöckchen drüber gesprungen bin, war's wirklich ein Prozess der abgelaufen ist... dem ich in Nachhinein sogar sehr gesund empfand und sehr wohltutempfand, weil es mir auch wieder viel Last von den Schultern genommen hat.
00:13:57: Und das ist jetzt ein ganz wichtiger Punkt.
00:14:00: Über uns ist eine riesige Pressestorm eingebrochen, weil im Spiegel der Wirtschaftswoche überall stand die ganze Splite was ja gar nicht stimmt.
00:14:10: Wir haben einen Teil unserer Firma, wir waren ja eine Hohlwing mit mehreren Firmen und einen Teil unser Fialgeschäft was zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr die große Rolle spielte.
00:14:19: Haben wir in diese Plan Insolvenz in Eigenträgung beschickt aber in Deutschland ist dieses Thema Insolvens dieses Schlagwort hat so eine Wirkung, dann sind erst mal alle auf dem Baum und drehen völlig durch ohne tiefer sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
00:14:36: Und haben uns dann gleich die Insolvenz angedichtet?
00:14:38: Das war natürlich ein Riesenverpaar weil ich dann drei vier Monate nichts anderes gemacht habe als weg zu moderieren dass wir insolvent sind.
00:14:47: also das war wirklich kommunikativ war das ne Marketingseitig war das eine totale Delle die wir bekommen haben.
00:14:56: Es war auch das erste Mal seit dem Jahr, wo wir in der Presse nur gefeiert wurden.
00:15:02: Also ich war ja überall in einem Talk Show und auf der ganzen Welt in New York Times.
00:15:06: Interviews über alle haben uns gefeuert!
00:15:09: Und das war plötzlich dann mal so die Kehr-Seite der Megale... Ah jetzt sind sie ins Urbent und jeder, der was zum Thema zu sagen hatte oder meinte zu sagen zu haben hat uns nochmal richtig den Astritt geben wollen.
00:15:21: Das war richtig, ich hab die Fratze des Journalismus kennengelernt und so die fiese Metenten der... Es war richtig krass.
00:15:29: Richtig krass!
00:15:30: Und das war
00:15:30: auch ein deutsches Phänomen?
00:15:32: Wenn ich da einmal Zwischenfrage darf?
00:15:33: Ja definitiv Definitiv ist das ein deutsches Phänomen, weil zu diesem Zeitpunkt musst du wissen waren wir der größte Importeur veganer Lebensmittel aus den USA.
00:15:43: Das war zwo-sechzehn-siebzehn Bion.
00:15:46: Miete gab die kannte hier noch gar keiner.
00:15:48: Die haben wir im großen Stil schon importiert damals für die EDK Kaisers und Nitro Und unsere amerikanischen Partner.
00:15:57: die haben das auch gelesen.
00:15:58: logischerweise es ging ja um die ganze Welt.
00:16:01: Das war dann eher so ein kurzes Nüchternis erklären, was da passiert ist und fertig.
00:16:06: Aber hier in Deutschland, in Europa gerade in Deutschland... Ich weiß gar nicht wie viel Statement sich abgeben musste um Richtigstellungen Und wieviel kämpfe ich auch mit den einzelnen Journalisten ausgetragen habe.
00:16:20: Einige haben sich entschuldigt, das muss ich fairerweise auch sagen.
00:16:23: Die haben uns dann im Nachgang, aber da war die Kuh schon bis Dorf getrieben.
00:16:26: Haben wir uns dann ganzzeitige Porträts angeboten wo sie uns dann nochmal in einem anderen Lichter stellen.
00:16:33: Aber weißt du wenn dann so eine Wirtschaftswache mal auf einer DINA IV-Seite dir einen ganzen Artikel widmet wie scheiße und pleite du bist ja?
00:16:41: Und dann hilft es auch nicht vier Wochen später.
00:16:44: das ein bisschen zu revidieren War schon Erfahrung die ich... Die würde ich gerne nicht noch einmal machen.
00:16:53: Ja, also die Planinsolvenz ist so gelaufen tatsächlich wie gedacht und aber die Wirkung ist ganz anders gewesen.
00:16:59: Was hat das denn für eine Konsequenz diese Wirkung?
00:17:01: Also sind wirklich sofort Instinkundinnen und Kunden weggeblieben oder hattest du nur in Anführungszeichen den Aufwand mit der Presse?
00:17:07: oder was hat es noch für eine Konsequenz gehabt?
00:17:11: Unter die Räder gekommen, unsere Umsätze sind zurückgegangen auch im Großhandel.
00:17:16: Das waren ja noch keine Veganzartikel zu dem Zeitpunkt, das war ein ja noch Großhandelsartikel.
00:17:22: aber auch Handelspartner haben sich nicht abgewendet, es war plötzlich alles Scheiße.
00:17:30: Also überall wo ich hingefasst habe ist eine Bombe explodiert.
00:17:37: Unsere Importe haben plötzlich nicht mehr funktioniert.
00:17:41: Das hängt jetzt nicht zusammen, aber da sind Container vertauscht worden und wir haben plötzlich auch an der Stelle so viel Federn gelassen, dass die Firma ein richtig schwieriges Fahrwasser geraten ist im Laufe des Jahres Mo-Siebzehn.
00:17:53: Ich habe dann nochmal eine Eigenkapitalrunde gemacht Und zwar musste ich die Firma komplett sanieren, also das ging nicht über eine Insolvenz.
00:18:01: Das habe ich so hinbekommen aber wir waren tatsächlich in Durch... Also Auslöser war dieser ganze Kudelmuddel und wir sind dadurch ein richtig schwieriges Fahrwasser gekommen.
00:18:11: Du warst ja eigentlich der Erste natürlich als CEO.
00:18:14: Bist du der erste, der diese Entscheidung im Kopf hat, plant und irgendwann umsetzt?
00:18:19: Das heißt auch, du bist der erste mit dieser Verantwortung, mit dieser Schwere umgehen muss!
00:18:23: Wie bist du denn selber damit umgegangen?
00:18:25: Mit wem hast du dich
00:18:26: ausgetauscht?!
00:18:27: Weil wenn ich mir das so anhöre, könnte ich mir vorstellen, Finn Kliemann hätte sich wahrscheinlich gefreut, sich mit dir dazu auszutauschen was so ein Shitstorm bewirkt und wie man da vielleicht wieder rauskommt.
00:18:35: Das haben wir dann doch irgendwie zwei-drei mehr erlebt... Was hat das mit dir gemacht?
00:18:43: Weitersgehend mit meiner Familie, meine Frau war zu der Zeit auch noch in der Firma.
00:18:50: Das hat mir sehr geholfen dass wir da zumindestens immer einen Austausch hatten und zusammen waren.
00:18:55: Das hilft, es ist dann so eine moralische Unterstützung.
00:19:00: Das kann aber nicht den ganzen ... Hick-Hack, den man dann hat.
00:19:06: Den kann das nicht wettmachen!
00:19:07: Aber es ist rein für einen Kopf... ...für die mentale Stärke hat mir das zu dem Zeitpunkt sehr geholfen.
00:19:12: Ansonsten berater ich hatte meine Geschäftsleitung ja aber auch da hat's gebröckelt weil plötzlich einige der Geschäftsführungen waren in diesem Retail auch involviert und die musste sich dann aufreisetzen.
00:19:23: also es gab dann auch eine große Entlassungswelle Ja?
00:19:27: Also das muss man sich hervorstellen.
00:19:28: wir waren zu dem zeitpunkt vierhundert Mitarbeitende ... und dann plötzlich ist das runtergeschnitten worden.
00:19:35: Und du musst dazu aber wissen, dass bis zu diesem Zeitpunkt eine riesige Euphorie war ja?
00:19:40: Wir haben Leute eingestellt... Ich kann mich erinnern, in den letzten Monaten haben wir in einem Monat über hundert Mitarbeiter eingestellt.
00:19:47: Ja also da war richtig... Das kann man sich ja vorstellen!
00:19:50: Also richtig Start-up... Stückweit auch.
00:19:54: Sie wissen nicht was sie tun, aber mal... wirklich volle Lotte eingestellt, Lager investiert, Büros und dann kommt so ein Dämpfer.
00:20:06: Das ist eine richtige Berg- und Talfahrt.
00:20:10: In dieser Gemütslage triffst du die Menschen, die hoffnungsvoll bei dir beworben haben, bei dir angeheuert haben und dann plötzlich musste denen sagen es ist vorbei.
00:20:23: Wir müssen euch leider was anderes suchen.
00:20:24: Und das ist ne harte Schule!
00:20:28: Ich habe das bei Daimler in meinem vorherigen Job auch machen müssen, aber da war das alles ein bisschen in Watte.
00:20:32: Dann hast du mit den Leuten gesprochen und hast Abfindungspakete verhandelt, aber das gab es bei mir nicht.
00:20:37: Wir haben dann wirklich im großen Stil Phealen zu.
00:20:40: durch die Planinsolvenz hat man ja dann auch die Lohnfortzahlungen die drei Monate und danach war Schluss für die Leute.
00:20:47: Ja und da steckt dein Geld drin, dein Herzblut drin.
00:20:50: Das ist dein Baby.
00:20:51: das ist was ganz anderes als wenn du einfach nur als Manager für Daimler sowas durchziehen würdest.
00:20:55: klar vollkommen richtig
00:20:57: Was mir auch geholfen hat ganz wichtig dass es ja ein Geschäftsweig war der nicht mehr funktioniert hat aber dass der andere weiter gelaufen ist.
00:21:06: Dass der andere dann auch in Mitleidenschaft gezogen wurde dass wir dann auch mehr Aufmerksamkeit dorthin geben mussten Hat mir eher geholpen mit dem anderen Thema schneller abzuschließen, weil dadurch dass das dann auch ein Stück weit unter die Räder kam ging es tatsächlich um die gesamte Existenz.
00:21:25: Also und dann war's dann auch einfacher den Fokus zu finden um das Thema Großhandeln ist ja daraus die eigene Marke entstanden als eine Lösung was auch sehr gut funktioniert hat.
00:21:36: dieser Fokus hat mir sehr geholfen dass das Thema Planinsolvenz dann wirklich einen rein formaler Akt war.
00:21:43: Also klar muss man viele Dinge beachten und man muss die Dinge durchziehen, aber das haben in Weitesgehend auch die Dienstleister, die Anwälte, Steuerberatern.
00:21:52: mit dem Sachwalter habe ich auch ein ganz gutes Verhältnis gehabt.
00:21:58: ja also da ist so ein Grundvertrauen, wir haben uns ständig ausgetauscht und so.
00:22:01: Das war okay!
00:22:02: Ich fand es dann an der Stelle... hat es mir eher geholfen und die ganze Sache geheilt ein Stück weit, weil wir da Last von den Schultern genommen wurden als das für mich eine Belastung war.
00:22:14: Die Belastungen waren vorher die Entscheidung zu treffen und so die ersten Tage.
00:22:18: Zweite Belastungszeit war der Shitstorm der Presse besonders die Presse, die uns dann was reingerippt hat, was dann Auswirkungen hatte auch auf unser Handelspartner Kunden etc.
00:22:29: Das kann ich mir total vorstellen!
00:22:30: Wie hast du denn dein Team dabei mitgenommen?
00:22:32: Du hast gerade gesagt ein paar musstest du direkt Königen.
00:22:35: Du hattest aber noch ein Rest des Managementteams da sitzen, wie hast du die auch mitgenommen bekommen?
00:22:40: Weil die haben wir sicherlich auch gelitten könnte ich mir vorstellen
00:22:44: Tatsächlich von Management Team sind alle raus.
00:22:46: ja also Ich bin Ja Also nicht sofort Aber im Laufe der Zeit.
00:22:51: ich war da tatsächlich Nicht allein ich hatte neue Leute dann aber so die Die Menschen, die das auf der Management-Ebene am Anfang mitbegleitet hatten.
00:23:03: Also toppen der Managementebene eine Geschäftsleitung.
00:23:06: Die sind alle weg.
00:23:08: Macht dich das auch ein bisschen traurig?
00:23:10: Dass sie dann alle weg sind oder war das ein nötiger und notwendiger Neuanfang?
00:23:15: Es kommt darauf an.
00:23:16: also es gab Situationen wo diese sich dann auch scheiße verhalten haben.
00:23:19: Das ist unterschiedlich manchmal ja klar.
00:23:24: Ist schwierig aber manchmal hat's auch leichter weil die Leute dann auch von sich aus ihr Gesicht gewandelt haben und ein bisschen eigenoptimiert agiert haben.
00:23:39: Was kann ich hier noch rausziehen?
00:23:43: Und wenn man als Unternehmer, als Gründer da ist, denkt man – und ich denke das wird jeder der zuhört gegründet hat bestätigen – man denkt nie an sich!
00:23:54: Man denkt immer in die Firma weil es ja sein Baby Und deshalb alles, was dort querschlägt und versucht, dieses Baby zu schaden.
00:24:06: Da baut man dann eine Schutzwahl auf.
00:24:08: Wenn jemand, der vermeintlich vorher das Baby mit gefüttert und groß gemacht hat, sich dagegenbindet, wird es ein Feindspiel.
00:24:17: Dann hat man einen internen Kampf.
00:24:20: mit ehemals Verbündeten, aber weil man merkt es geht denen gar nicht ums Baby.
00:24:25: Es geht ihnen vielleicht in dem Stadium dann nur noch um sich selbst und dann schützt man... Also ich war immer nur darauf bedacht diese Firma dieses Baby durch diese Phase durchzubringen Und an mich habe ich überhaupt nicht gedacht.
00:24:38: also das ist einfach was ich mit vielen Gründern und Gründeren in den Gesprächen erlebe dass diesen Reflex hat jeder versucht schmeißt alles rein und so kommt es ja dazu, dass dann auch Haus- und Hofverwettet werden um Dinge noch irgendwie am Leben zu halten die vielleicht nicht mehr an dem Leben zu erhalten sind.
00:24:57: Aber deshalb kann ich das immer sehr gut nachvollziehen weil oft hört man dann auch in den Nachlesen ja guck mal was der Idiot oder die Idiote was sie gemacht hat dann ihr ganzen ganze Familie reingeritten und so Ich kann das gut nach vollziehen.
00:25:10: also jemand der das mit Herzblut wirklich macht er macht sowas.
00:25:13: Der macht sowas, weil er glaubt ja an was.
00:25:15: Er hat eine Vision und lässt man sich von Widerständen nicht so leicht abbringen und deshalb macht man sowas.
00:25:23: Und ich hab's auch gemacht logischerweise.
00:25:25: Ich glaube, ich würde es auch machen.
00:25:26: Also deswegen bin ich da total bei dir.
00:25:28: Das ist recht, dass viele Gründerinnen und Gründern die auch mit eigenem Geld drin stecken, dass man das natürlich vielleicht auch das Toteviert noch ein bisschen reitet.
00:25:37: Wie war das denn?
00:25:37: Hast du selber Geld verloren?
00:25:38: Haben Investoren Geld verloren?
00:25:40: oder so hat das eine... also die finanzielle Komponente ... War das eine Komponenten, die auch total, ja ich sage mal geschlaucht hat?
00:25:48: Investoren haben kein Geld verloren weil wir, weil das ja am Teil der Hoheling waren wie ganz als solcher sich im Endeffekt in der Rückschau sogar besser entwickelt hat.
00:26:00: Wir hätten diesen Status dieser Supermärkte niemals halten oder geschweige denn ausbauen können, so viel Geld hätte man mir gar nicht geben können.
00:26:09: Insofern war es der richtige Schritt in der Rückschau und die Investoren, die bei uns investiert haben, hat kein einziger Geld verloren.
00:26:20: Ich selber auch nicht klar... Mein Geld steckt natürlich in den ersten Stunden drin.
00:26:24: Ich habe immer mal wieder nachgelegt und selbst jetzt Nachbörsengang dreimal nachgekauft, das macht man weil man daran glaubt wenn man die Idee hat auch natürlich ein anderes Verständnis von dem Vorgängen in so einer Firma.
00:26:41: Von den Investoren hat keiner Geld verloren.
00:26:42: Wer Geld verloren hat?
00:26:43: Natürlich sind unsere Vermieter-Stakeholder die dann mit den Geschäften irgendwie Also mit den physischen Filialen in Verbindung stand.
00:26:54: Ja also klar, wenn du dann Laden hingebaut hast, dann war der Laden zu und... Die haben keine Wite mehr bekommen und haben aber den Laden gehabt.
00:27:02: Da mussten sie die Sachen verkaufen.
00:27:04: Es gehört ja dann Ihnen.
00:27:05: Das geht an Eigentumsübergang.
00:27:09: Konnten die da eine Abstimmung mit dem Sachwalter?
00:27:12: Konnten Sie das dann verwerten?
00:27:15: Und die haben sicherlich Geld verloren.
00:27:18: Der ein oder andere hat vielleicht sogar Profit rausgeschlagen, weiß ich nicht.
00:27:21: Will ich gar nicht bewerten?
00:27:22: Aber so in Summe der größte Verlierer sind die Mitarbeitenden.
00:27:26: Das muss man fähre.
00:27:30: Ich würde sogar überhaupt viele Kundinnen, die das als ihren Kiez laden, ihren täglichen... Ich höre das heute noch öfter.
00:27:38: euer Laden.
00:27:39: Der war hier mal und so weiter.
00:27:41: Aber das ist eine Romantik, die kann man unter wirtschaftlichen Prämissen nicht so hingeben.
00:27:48: Das ist mal schön darüber nachzudenken.
00:27:50: aber das ist knallhartes Business.
00:27:54: da geht es nur darum Stimmgezahlen.
00:27:56: wenn nicht dann musst du Lösungen finden.
00:27:58: Naja, und am Ende hättest du die Entscheidung nicht getroffen?
00:28:02: Und dich dafür entschieden einige Mitarbeitende herauszunehmen.
00:28:04: Hättest Du wahrscheinlich irgendwann alle kündigen müssen oder?
00:28:07: Also erinnerst Du auch natürlich den Rest geschützt!
00:28:10: Das wäre die Konsequenz.
00:28:12: aber ich sage Ich glaube fester daran diese Abstrahleffekt auf unser anderes Business Den hätte ich mir gern gespart und ich glaube der war Unnötig weil wir kommunikativ sicherlich hier und da auch ein paar Fehler gemacht haben.
00:28:31: Ich habe unterschätzt, dass dieses Thema Insolvenz, diese Schlagwort in Deutschland was das auslöst?
00:28:40: Und dass so wenig Wissen darüber herrscht um die feinen kleinen Unterschiede.
00:28:46: In USA ist es völlig normal.
00:28:49: Aber chapter eleven gibt's diesen Schutzschirm.
00:28:51: Das hört man hier und damals aber keiner kann damit etwas anfangen.
00:28:55: Das ist es ja am Ende.
00:28:57: Was
00:28:57: ist das denn?
00:28:57: Erzähl's uns!
00:28:59: Ja, du kannst quasi unter einem Schutzschirm wo deine Gläubiger die dich zu dem Lager bringen weil Gläumiger wollen Geld von dir wenn deine Firma dieses Geld nicht mehr erwirtschaftet musst du eine Lösung finden und entweder du liquidierst die Firma gehst also wirklich voll in die Insolvenz wird sie abgewickelt dann ist das Geld futscht gar nichts mehr davon, ja?
00:29:25: Oder du vereinbarst dich und das geht aber nur wenn du zu diesem Zeitpunkt noch zahlungsfähig bist.
00:29:31: Also das ist so ein bisschen das Heikle rechtlich heikle.
00:29:34: Du kannst kein Plan insolvenz verfahren und Eigenverwaltung annehmen.
00:29:37: Wenn du schon insolvent bist dann gibt es ja ganz starke Regeln mit wieviel Tage Liquidität Forscher etc.
00:29:45: Und wenn du das noch nicht bist und triff diese Entscheidung Dann kommst du unter diesen Schutzschirm und hast danach die Chance ohne dass diese Last der Gläubiger auf dir, und das sind in dem Fall im großen Teil die Mieten gewesen.
00:29:59: Die sind dann erstmal weg.
00:30:01: Hast du die Chance ganz am ruhigen?
00:30:03: Deshalb gibt es diesen Plan, das nennt sich auch Planinsolvenz.
00:30:06: Du machst einen Plan wie aus diesem Schutzschirm heraus dein Geschäft wieder neu aufstellen kannst um danach gesünder darzustellen.
00:30:13: Das ist so die ureigendste... Form, du hast also die Chance Betriebe unter diesem Schutzschirm zu schließen.
00:30:20: Du brauchst ja in der Zeit auch keine Löhne zahlen.
00:30:23: Krass!
00:30:24: Das muss ich gar nicht.
00:30:26: Ja, es sind nur drei Monate.
00:30:29: Aber du musst einen Plan machen und diesen Plan ist ein Businessplan, wo du sagst okay für die Viale brauche ich die und die in die Parameter um sie fortführen zu können.
00:30:38: Den Umsatz kenne ich, ich kenne meine Roherträge.
00:30:42: Was kann ich auf der Kostenseite tun?
00:30:43: Und wenn du das nicht scharfst, dann kannst du sagen okay die Fäale bringt es nicht mehr.
00:30:47: Die muss sich zu machen.
00:30:48: Die bringt's nicht mehr und muss sich zumachen.
00:30:49: hier habe ich eine Chance zu konsolidieren.
00:30:52: da kann Ich weiß ich nicht den Kunden Strom dahin lenken kann.
00:30:56: in Umsatzsteigern sind auch ein paar andahmen.
00:30:58: Dahinter ja und so Kannst Du Dich Ausnahm.
00:31:01: aus diesem geschützten Rahmen Kannst du dich Freischwimmen.
00:31:07: Natürlich haben die Gläubige, das ist dann das Gleiche wie bei einer Insolvenz, haben sie ihre Forderung sind ja deshalb nicht weg.
00:31:15: Es gibt genauso eine Quote, es wird genau so was von dem, was da liquidiert wird, haben die genauso Anspruch drauf und das macht dann quasi dass die Arbeit des Sachwalters, das ergibt sich aus diesem Insolventsplan, was dann noch zu verwerten ist.
00:31:31: Wie lange dauert denn so ein Insolvenzprozess?
00:31:32: Also du sagst, man macht einen Businessplan und einen Plan.
00:31:36: Auf wie lange plant man denn?
00:31:39: Das ist unterschiedlich.
00:31:40: also das können Jahre sein ja.
00:31:45: Wenn relativ schnell klar ist dass alles abgewickelt werden muss, lipediert werden muss dann ist das nach, ich sage mal, du hast diesen drei Monate Schutz dann musst mit den Mieten klarkommen da musst du dich entscheiden.
00:31:57: Hast Du eine Einigung dem Vermieter gefunden?
00:31:59: wenn nicht Kannst du den Niedvertrag kündigen?
00:32:04: Sonst kommst du ja nicht raus.
00:32:05: Du hast der Mietvertrag für zehn Jahre, so kommst ihr nicht raus!
00:32:08: Du hast dir die Kosten an der Wacke.
00:32:09: nur so kommste überhaupt aus dem Vertrag raus und dann sagst du okay das war es dann vier Jahre zu deinen ganzen Einbauten deine ganzen Kappex Assets sind alle weg.
00:32:20: also die schreibst du alle ab.
00:32:21: Das ist aber vorher in dem Plan entsprechend auch schon allokiert und wenn du etwas fortführen möchtest, dann nimmst du danach unter den neuen Bedingungen den Betrieb wieder auf.
00:32:33: Das war bei uns aber nicht der Fall!
00:32:34: Wir haben alles liquidiert.
00:32:36: Und wann hattest du das Gefühl... Also wann war der Punkt da wo du sagst jetzt sind wir glaube ich übern Berg?
00:32:42: Jetzt sind wir durch mit dem Thema.
00:32:43: also übern Berg, du hattet ja ein Running Business Aber jetzt sind wird durch mit diesem Thema.
00:32:48: Oh, wir haben im November das angemeldet.
00:32:57: zwei Jahre
00:32:59: Zwei Jahre, zwei Jahre.
00:33:00: Echt?
00:33:00: Ja
00:33:00: weil einige Fealen waren noch offen.
00:33:02: ja die haben wir noch offen gehalten und haben es versucht irgendwie... Also was ich dazusagen muss ist die fealen laufen.
00:33:11: ja ich sage du machst sie sofort zu laufen ja weiter Du zahlst nur keine Miete mehr, du zahlts keine Löhne mehr.
00:33:17: also der Betrieb läuft ja weiter.
00:33:19: das ist ja nicht so dass die von ein Tag um andern zu sind.
00:33:21: Und dann musst du halt schauen mit den Planungen die du vorher gemacht hast passen die Zahlen kommst du auf einen grünen Zweig Findest du mit den Vermietern, was bei uns die größte Hürde war, findest du eine Einigung.
00:33:34: Die auf dem Kostenniveau das Ganze runterziehen wo du das Ding wieder halbwegs profitabel gestalten kannst und das haben wir im größten Teil nicht gefunden.
00:33:44: in anderen Fällen Ich habe vorhin was erzählt von Mäusen.
00:33:49: Wir hatten in München Ratten- und Mäusebefall, da war Ehetoberboot mit ganz viel Geld in die Hand nehmen müssen.
00:33:55: Da waren wir froh, dass wir die Fälle los waren.
00:33:57: Solche Dinge kannst du dann damit abwickeln.
00:34:01: Und es hat bis ich glaube ... In Wien habe ich als Letztes zugemacht.
00:34:07: Das war für mich auch der schwerste Gang.
00:34:10: Das war Ende zwei siebzehn Ja also November zwei sechzehn Verfahren eröffnet und Ende zwei siebzehn habe ich dann die letzte vier Jahre zugemacht.
00:34:22: Schwerer Gang, was sind denn so die größten Learnings für dich aus dem Prozess?
00:34:26: Gab es Dinge oder die du Rückblicken ganz anders machen würdest?
00:34:30: also das größte learning war Ich hab schon ein bisschen angedeutet man sollte sich rechtzeitig Zu solchen Schritten Gedanken machen weil gerade eine Planinsolvenz und Schutzschirm ist in Deutschland noch nicht so etabliert, ja muss man fairerweise sagen.
00:34:50: In anderen Ländern ist das eher die Regel als dann.
00:34:54: da ist es.
00:34:54: da ist nicht die Regel die Insolvenzen also wenn man wirklich zahlungsunfähig ist sondern da ist er die Regel der Schutzschirmen dass man sich da irgendwie noch versucht auszuarbeiten.
00:35:03: und das ist für mich die Erkenntnis Dass ich da zukünftig eher drüber nachdenken würde, so einen Schritt zu gehen.
00:35:11: Weil in dem Moment wo du noch zahlungsfähig bist hast du ja ständig, hast du regelmäßig die Chance das zu tun.
00:35:18: und die zweite, das zweite Learning ist, dass sollte man nicht alleine machen.
00:35:24: also das ist sehr prozessual da braucht man auch sehr viel rechtliche Beistand, rechtlich und steuerlich.
00:35:31: Steuerlich ist aber eher nachgelagert.
00:35:37: das mit einem Partner machen, die das als Taggeschäft haben.
00:35:41: Das ist... Und das Dritte ist man sollte auch das Thema Kommunikation von vornherein mit Einpreisen und vor allen Dingen mit Planen wie man die Kommunikations aufsetzt.
00:35:53: Das habe ich komplett versäumt um ins Leere laufen lassen mit dem Ergebnis dass sich ja schon geschildert haben also es sind so die drei wesentliche Learning keine Angst haben, so einen Schritt zu gehen.
00:36:06: Weil der kann wirklich heilsam sein.
00:36:08: Man muss ein bisschen das Gespenstinsolvenz auflösen und dann mal dahinter schauen was da auch für Möglichkeiten für den Unternehmer dahinter stecken?
00:36:15: Ich will jetzt nicht dazu an, ich will hier keinen Aufruf starten!
00:36:19: Nee, dass ich glaube, das verstehen wir richtig.
00:36:22: Das zweite Partner und das dritte Kommunikation.
00:36:25: Und natürlich die ganze Abwicklung mit dem Menschen Das ist eine emotionale Geschichte, da braucht man auch mental ein dickes Fell.
00:36:40: Und vielleicht auch Unterstützung?
00:36:42: Definitiv!
00:36:44: Es geht an den Nieren.
00:36:47: Jetzt hast du eben gesagt, wir sollten uns als Unternehmerinnen frühzeitig mit dem Thema beschäftigen.
00:36:51: Wenn es droht ... Man macht so eine Insolvenz irgendwann im Zweifel zum ersten Mal?
00:36:56: Kannst Du mit Deiner Erfahrung sagen, woher erkennt man den Point-of-No-Return?
00:37:01: Gibt es da irgendwie ne ... Kannst du deine Regeln ableiten?
00:37:04: Aber du weißt glaub ich, was ich hinaus will!
00:37:06: Das ist ja ganz schwer gerade wenn man emotional in der Situation drinsteckt dann zu erkennen wann bin ich eigentlich über diese Schwelle drüber wo's Sinn macht jetzt das noch hinauszuzögern.
00:37:15: Du sprichst einen ganz wichtigen Punkt an.
00:37:19: Als Unternehmer, Unternehmerin ist man immer geneigt die Vision vor der Realität zu sehen ja?
00:37:29: Also man glaubt immer an das Gute, man ist optimist und es wäre mal kein Unternehmer.
00:37:34: Und man muss die Mal langsfinden zwischen dieser Tagträumerei und der Realitet.
00:37:41: für diesen Realitätsblick, also es muss jemand geben wenn man's selber nicht hinbekommt der einen diesen Blick gibt und er muss auch eine Vertrauensperson sein wo man den man nicht gleich rausschmeißt weil der einem seine Tagträume zerstört.
00:37:56: Also man muss wirklich... Man muss sich auch von seinen alten Sichtweisen dann mal lösen können und den Blick auf die Realität mit einfließen lassen ja?
00:38:08: Und das ist das Feltenunternehmer Ich kann es jetzt nur von mir sagen, immer am schwersten.
00:38:13: Dieser Einsicht in dieser Weg ist eine Sackgasse.
00:38:17: Mir hat geholfen – ich wiederhole das jetzt nochmal aber das ist ganz wichtig – dass ich noch Option B und C hatte wie ich es doch weitergegen kannte.
00:38:26: also und das kannst du aber nur... Das kannst du im Fall einer Resolvenz kriegst du das nicht mehr?
00:38:31: Dann bist Du nicht mehr her deiner... Da sitzt du nicht mehr Fahrersitz!
00:38:36: Deshalb ist es so wichtig rechtzeitig zu einer Einsicht zu gelangen, mit einer Idee wie es noch weitergehen kann und wo man die Firma hinoptimieren kann wenn dann eine gewisse Last nicht mehr auf der Firma lastet.
00:38:50: Also sprich die Gläubige!
00:38:52: Und da ist es wirklich... ein sehr gutes Instrument, was eher hilft als schadet.
00:38:59: Aber das wissen die wenigsten und deshalb sage ich sie auch noch mal so deutlich mit den Erfahrungen, die ich gemacht habe kann es einen sehr heilsamer Prozess, in der so eine Firma sogar stärker danach daraus hervorgehen lässt.
00:39:13: sowas bei uns Als sie vorher waren wirtschaftlich also wirtschaftliche viel stabiler.
00:39:19: wenn die Schulden mal weg sind wenn eine gewisse Also Schulden in dem Fall.
00:39:28: Oder wenn die Börn weg ist, ja?
00:39:29: Die Kosten, das meine ich doch.
00:39:31: Wenn die monatlichen Kosten belasten...
00:39:34: Und die Belastung, ne?
00:39:36: Ja genau.
00:39:37: Das natürlich klar!
00:39:39: Ich habe vorhin von mir berichtet dass kein Investor Geld verloren hat weil unsere Investments klarsteckten die da drin.
00:39:45: also im Summe waren es glaube ich was kann nicht zwölf dreizehn Millionen die dann die wir abschreiben mussten aber dass die Firma ja weiter existiert hat ... war das zwar für die Fäalen weg, aber es ist in der Firma selber... ... haben die Fäharen ja ihren Beitrag geleistet.
00:40:00: Sei es nur um die Marke groß zu machen,... ...um die Marcke ein gewisses Gesicht zu geben,... ...om auch unser anderes Geschäft was sich daraus entwickelt hat weiter zu befeuern.
00:40:09: Insofern war das nicht weg, ... ...aber es kann natürlich auch mal den Fall geben wo tatsächlich auch... ...der Verlust von Investoren auch zur Debatte steht und das muss man... Das muss man aushalten, das muss man reden.
00:40:23: Aber ein Investor wäre ein schlechter Investor wenn er das nicht einkalkuliert.
00:40:28: Ja wahrscheinlich!
00:40:29: Nun hast du schon ganz häufig angesprochen Jan dass ihr gestärkt daraus hervorgegangen seid.
00:40:32: deswegen würde ich gerne schließen mit der Frage wie sieht denn wir ganz heute aus?
00:40:36: Also beschreib uns mal ein bisschen wie groß seid ihr was?
00:40:40: also klar wir könnten wahrscheinlich nochmal dreißig Minuten damit füllen aber beschreibt mal in Kürze wie geht es euch heute?
00:40:47: Wir sind nach diesem Schritt extrem gewachsen.
00:40:51: Wir haben uns fokussiert auf unsere eigene Marke, wir haben also auch den Großhandel irgendwann aufgegeben und das was uns nach den Fialen gerettet hat habe ich irgendwann aufgegäben weil es nicht mehr von den Margen nicht mehr nachhaltig war.
00:41:07: die Firmen haben dann irgendwann wenn unsere gehandelten Produkte gut funktioniert haben dass selber ohne uns gemacht als Großhändler ja was ja auch in Deutschland und gäbe es.
00:41:17: Da gibt's jetzt wenig Großhandelsstrukturen bei neuen Themen oder im Biobereich hat man das noch, nicht mehr lange denke ich.
00:41:26: Und dann haben wir daraus unsere Marke entwickelt und dann haben uns nochmal transformiert weil wir gemerkt haben okay mit unserer Marke, mit unseren eigenen Artikeln die wird zum größten Teil Lohn produziert lassen riesige Komplexität aufgebaut zwar wahnsinnig Umsatzsprünge gemacht ja super entwickelt die Firma auch wieder Personal aufgebaut, jetzt nicht mehr in dem großen Stil.
00:41:47: Aber wir waren an knapp zweihundert Leute und dann haben wir uns nochmal transformiert jetzt in eine Herstellerfirma.
00:41:58: Also wir mussten auch wieder Leute freisetzen, mussten uns noch mal strubbeln allerdings ohne Plan Insolvenz.
00:42:07: Haben das ganz gut hinbekommen und sind jetzt quasi ein FoodTech-Unternehmen, was wirklich deep dive foodtech macht.
00:42:14: Wenn ich mir überlege dass wir mal angefangen haben als Einzelhändler also ganz am anderen Ende der Wurst ja und jetzt sind wir ganz vorne angekommen bis hin zum Farming mit dem wir uns beschäftigen.
00:42:23: Also wirklich Agriculture, Farming, Produktion, Innovationen Forschung, Entwicklung da fließt sehr viel Aufmerksamkeit und Geld wenn dann selber Produktions und jetzt gerade im fünften Produktionsstandort auf.
00:42:39: Das ist eine völlig andere Firma, die mit dem was ich vor zwölf Jahren gegründet habe nichts mehr zu tun hat.
00:42:43: Aber wirklich nichts mehr.
00:42:46: und insofern das ist so der Wandel der Zeit.
00:42:49: wir haben uns angepasst Wir sind ja ein Segment gestartet was sehr neu war wo die Vorreiter waren.
00:42:54: Und als First Mover hat man es auf der einen Seite gut weil man gewisse Freiraum hat am Anfang und Bekanntheit schaffen kann Man hat's aber auch Schlecht, weil man viele Dinge als Erster ausprobiert und falsch macht.
00:43:07: Die andere danach nicht mehr die Fehler nicht mehr machen müssen.
00:43:11: Und sofern haben wir uns da jetzt hingearbeitet zu einem Core Futech Produzenten und sind jetzt dabei den Markt für uns zu erschließen.
00:43:24: Jan, ich danke dir so doll, dass du den Mut hast deine Geschichte trotz des Presse Shitstorms zu teilen mit der Presse.
00:43:31: Auch wenn vielleicht nicht die typische Presse bin.
00:43:33: aber deswegen Danke, danke, danke dafür!
00:43:35: Ich glaube ganz viele sind... Viel dankbarer, als Sie sich heute noch vorstellen können.
00:43:41: Sich mit dem Thema Insolvenz mal zu beschäftigen einfach damit es eine Option ist.
00:43:44: Denn wir haben ja so ein bisschen die Frage gestellt Ist einer Insel wenn's das Ende?
00:43:49: und wir haben von dir gerade gehört Nein Es kann sogar dazu führen dass man wie ihr total gestärkt aus der Situation rauskommt.
00:43:54: Deswegen vielen vielen Dank dafür Dass du diese Geschichte mit uns geteilt hast Und ich drück euch die Daumen Das es in Zukunft weiterhin So schön bergauf geht und sage bis zum nächsten Mal lieber Jan
00:44:05: Dieser
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00:44:28: Bis zur nächsten Folge.
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